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Wie ich zum Snookerspieler wurde ?

Gastautor JEROME LIEDTKE ist begeisteter Snookerspieler und derzeit die Nummer 9 in Österreich. In seinem Gastartikel berichtet er von seinem Weg zum Snookersport und gibt hilfreiche Tipps, wie man sich auch dieser einzigartigen Sportart nähern kann.

Auf www.snock.at publiziert er immer wieder Artikel und News zum Snookersport in Österreich.

WIE ICH ZUM SNOOKERSPIELER WURDE?

von Jerome Liedtke



Wenn ich mich kurz vorstellen darf, mein Name ist Jerome Liedtke und ich bin Snooker Spieler und das ist meine Geschichte.

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Schon mit 14 Jahren packte mich der ‘Kugelsport‘. Am Anfang verfolgte ich jede Snooker TVÜbertragung auf Eurosport und verpasste fast kein Turnier. Kurze Zeit später begann ich hobbymäßig mit dem Poolbillard. Ich traf mich oft
mit Freunden um zu spielen. Leider gab es in der ganzen Umgebung nirgendwo einen Snookertisch, geschweige denn überhaupt einen Snooker Club. Somit musste ich vorerst mit dem Poolbillard vorlieb nehmen. In jeder freien Minute wollte ich spielen gehen.

Mit 16 Jahren veranstalte ich in einem kleinen Lokal, die Billardtische hatten, einige Poolbillard Turniere. Es nahmen immer sehr viele Spieler daran teil. Aber ich kann mich noch gut erinnern dass ich 3 Turniere in Folge gewonnen habe. Einmal nahmen auch Vereinsbillardspieler von Blindenmarkt und Amstetten an diesen Turnier teil und ich weiß noch wie einer zu mir sagte: „Hast du schon mal an einem Snookertraining teilgenommen? Deine Haltung sieht wie ein Snooker Spieler und nicht wie ein Billardspieler aus“.
Ich antworte: „Nein noch nicht, aber ich liebe Snooker und schaue mir viel von den Spielern ab“. Durch diese Vereinspieler kam ich dann zu einem richtigen Poolbillard Club mit richtigen Turniertischen. Dort entwickelte sich mein Spiel weiter. Eines Tages spielten wir ein Poolbillard Turnier in Amstetten. In der Location sah ich auf einmal einen richtigen Snookertisch. Meine Augen strahlten.

Nun war ich 17 Jahre alt und spielte schon eine Weile Poolbillard. Seit ich aber gewusst habe, dass es in Amstetten einen Snookertisch gab, versuchte ich so oft wie möglich dort hinzufahren und Snooker zu spielen. Das Problem war nur, dass Amstetten doch 20-25 Minuten von mir entfernt lag, und ich immer lange fahren musste, um dort hinzugelangen. Ich versuchte aber zumindest 2x die Woche dort zu sein. Rasch kaufte ich mir auch gleich mein erstes Snooker Queue um ca. 60 Euro.

Nach mehrmaligen spielen störte mich aber dass sich der Snookertisch in einem nicht gerade guten Zustand befand. Obendrein stand er nicht auf einem idealen Platz. (auf einer Seite störte eine Bodenerhöhung/Stufe)

Mit 18 Jahren besuchte ich als Zuseher die Austrian Snooker Open 2008 in Wels. Viele Topspieler waren dabei, z.B.: Judd Trump, Stuart Bingham, Mark King, Stephen Lee, Ryan Day, uvm.
Zum ersten Mal sah ich die Profis hautnah am Tisch und ich war überwältigt von dem Turnier.

Mein Vater, der auch sehr Snooker begeistert ist, fragte mich: „Was macht der Snooker Club in Wels jetzt mit 24 neuen Snookertischen nach dem Turnier?“

Die Antwort war, dass sich der Verein 2 Tische für das eigene Clublokal nahm und die restlichen
Snookertische wurden zum Verkauf bereitgestellt. Die Idee vom eigenen Tisch war somit im Kopf von meinem Vater geboren.


Kurze Zeit später wurde die Idee in die Tat umgesetzt und einer dieser 24 Tische landete im Dezember 2008 bei uns in Niederösterreich, Kemmelbach.

Der passende Raum im Keller für den Snookertisch war zu diesem Zeitpunkt aber noch der große Abstell- und Gerümpelraum des Hauses. Da musste einiges gemacht werden. Ich packte überall mit an, vom Ausmalen des Raumes bis hin zum Teppich verlegen. Und dann kam endlich der Tag an dem der Snookertisch aufgebaut wurde. Natürlich war ich zu diesen Zeitpunkt fast nicht vom Tisch wegzubekommen.

Nach einigen Monaten wollte ich dann auch Snooker Turniere spielen und erkundigte mich im Internet danach. Doch in Niederösterreich fand man gar nichts, erst in Wien gab es Turniere. Im Herbst 2009 spielte ich mein erstes Turnier in der Einstiegsklasse der dritthöchsten Liga in Österreich, genannt Qualifier.

Viele Teilnehmer waren verwundert dass ich so weit angereist bin um ein Snooker Turnier zu spielen. Doch beim ersten Turnier konnte ich 4 Matches gewinnen, verlor aber dann und wurde schlussendlich Fünfter.

Kurze Zeit später gründeten wir den Snooker Club Kemmelbach. Da es keinen Snooker Club in Niederösterreich gab wollten wir eine Anlaufstelle für Snooker-Interessierte im Raum Mostviertel schaffen. Unser Club ist klein, aber für jeden zugänglich. 

Mein erstes Finale spielte ich glaube ich nach dem 7-8 Turnier beim Qualifier. Das Turnier werde ich nie vergessen, es waren so viele Spieler dabei und das Finale begann erst um 02:00 in der Nacht. Ich verlor es, aber das war mir egal. Durch das Finale hatte ich ein fixes Ticket für das nächste Turnier in der zweithöchsten Spielklasse (genannt Challenge) bekommen. Seit dem spielte ich nie wieder in der unterersten Liga, nur mehr in der 1. Oder 2. Klasse.

Im Februar 2012 schaffte ich es in mein erstes Finale der zweithöchsten Spielklasse, ich verlor es leider. Aber auch hier war mir wichtig das ich in das Finale gelangt bin denn durch das bekam ich mein fixes Ticket für das nächste Turnier in der höchsten Spielklasse.

Im April 2013 konnte ich dann mein erstes Turnier in der zweithöchsten Spielklasse gewinnen. Es war ein tolles Gefühl endlich ein wichtiges Turnier gewonnen zu haben.

Seit 2013 konnte ich in der Rangliste von Österreich immer viele Plätze gut machen und nach vielen sehr guten Turnieren die ich gespielt habe bin ich nun fixer Bestandteil in der höchsten Spielklasse in Österreich.

Sehr viel weiter geholfen hat mir auch das Training mit PJ Nolan, dem österreichischen Nationaltrainer aus Irland. Bei meiner Technik und Haltung dachte ich immer: “Sehr viel mache ich nicht falsch“. Aber das war nicht so, man glaubt gar nicht wie viele Kleinigkeiten usw. man falsch macht aber gar nicht richtig wahrnimmt.

Er konnte mein Spiel wirklich verbessern. Ich habe viel an meiner Technik und so weiter gearbeitet und vieles umgestellt. Am Anfang ist das harte Arbeit weil man das Eingelernte wieder raus bringen muss und das neue Richtige umsetzen möchte. Doch am Ende hat es sich gelohnt. Früher spielte ich ab und zu mal ein 30er Break wenn es gut läuft. Doch jetzt bin ich viel konstanter geworden weil ich so vieles verbessert habe und nun sind 30er Breaks Standard, und man spielt sogar 50, 60, und höhere Breaks in Frames. 
Im Training gelingen mir bei LineUp Übungen sehr oft auch Century Breaks.

Seit Ende 2013 spiele ich auch mit einem maßgefertigten Snooker Queue aus England das ich mir nach meinen Wünschen zusammen gestellt habe. 

Viele Profis spielen dieselbe Queuemarke. (Ronnie O’Sullivan, Judd Trump, Neil Roberston, uvm.) Es ist der bekannteste Queuebauer aus England. Auch hier glaubt man gar nicht was für einen Unterschied es macht ob man mit einem 60€ Queue spielt oder ob man ein sehr teures Queue hat.






Nun zum aktuellen Geschehen:


Ich bin nun seit langer Zeit der beste Niederösterreicher (von allen NÖ-Snooker Clubs).
In der Österreichischen Snooker Rangliste und bin zurzeit TOP10 Player.
Mein derzeitiger Ranglisten-Platz ist 9er. Bin sehr regelmäßig im Nationalkader und trainiere mit dem Natioanlcoach PJ Nolan.

Was das Training betrifft, trainiere ich unter der Woche fast täglich und stehe mindestens 2 Stunden am Snookertisch. Viel Einzel-Training und oft auch mit Trainingspartnern bzw. Clubmitgliedern.

Ich werde weiter trainieren und versuchen mich zu verbessern. Jeder der gerne Snooker ausprobieren möchte kann sich gerne bei mir melden.

So bin ich zum Snooker gekommen und für mich gibt es nichts Besseres.

Snooker ist mein Leben, und ich liebe Snooker,

Jerome Liedtke
Clubadresse: Ströblitzerstrasse 16, 3373 Kemmelbach, Österreich
Tel. +43 (0)676 53 68 608

Nähere Infos auch auf der Homepage:
www.snock.at
office@snock.at



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