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Billard-Queue Spitze wechseln - eine einfache Anleitung


Das Leder an der Queue-Spitze ist der beim Queue am stärksten beanspruchte Teil.
Deshalb ist es, je nach Verschleiß, in gegebenen Abständen zu erneuern.
Das Leder ist beim Billardqueue eines der wichtigsten Teile, schließlich stellt es doch den Kontakt zur Kugel her und überträgt die Kraft des Stoßes, und möglichen Effet auf den Spielball.




Das Leder wechseln - eine einfache Anleitung



1. Altes Leder sorgfältig entfernen

Dazu eignet sich am besten ein scharfes Teppichmesser*. Der Rest des Leders und die Kleberreste werden mit dem Messer sauber entfernt bzw. abgeschabt.


2. Fläche mit Schleifpapier reinigen und anrauhen

Mit einem Schleifpapier (ca.Körnung 180)* die Klebefleche aufrauhen und anschließend nicht mehr berühren, damit keine Fettreste an der Klebestelle sind.


3. Ferrule abkleben

Jetzt die Ferrule mit einem Malerkrepp oder noch besser mit einem Isolierband* genau an der Oberkante der Ferrule abkleben. Dies schützt die Ferrule später vor uberquellendem Sekundenkleber.


4. Leder wählen und vorbereiten

Jetzt nimmt man das neue Leder. Hier ist es von Vorteil wenn die Lederunterseite schon schön glatt ist. Die Lederbreite muss nicht genau mit dem Durchmesser der Ferrule übereinstimmen, denn ein größeres Leder wird anschließend zurechtgeschliffen. Ausserdem ist es einfacher, da man beim Aufsetzen des Leders nicht so genau arbeiten muss.


5. Leder anschleifen

Dannach wird das Leder an der Klebeseite angeschliffen. Dazu das Schleifpapier auf eine gerade Unterlage (z.B. Tisch) legen und das Leder plan anschleifen. Dann nimmt man wieder das Schleifpapier, legt es auf eine gerade Unterfläche (z.B. Tisch) und reibt die Unterseite des Leders so lange bis sie ganz gerade ist und keinerlei Kerben mehr zu sehen sind.


6. Ferrule mit Kleber bedecken

Jetzt kommt ein ordentlicher Tropfen Sekundenkleber auf die Queuespitze. Hier eignet sich besonders der Kleber LOCTITE PowerFlex Gel*. Mit der Spitze der Tube wird der Kleber gelichmäßig auf der Ferrule verteilt. Hier nicht mit dem Kleber sparen. Die gesamte Fläche muss bedeckt sein.

Natürlich gibt es eine Reihe von speziellen Queue-Leder-Kleber, die eigens für den Billardsport entwickelt und vermarktet werden.

Aber es gibt auch günstigere Alternativen aus dem Bereich der Sekundenkleber, die, wie wir meinen, den Spezialklebern um nichts nachstehen.

Nun zu den Klebe-Alternativen selbst.


Spezielle Queue-Leder-Kleber

-->Queue-Leder-Kleber Spezial Tweeten's*


Der aus den USA kommende Kleber Spezial Tweeten´s 10 Minutes Cement* wirbt mit einer zementstarken Klebekraft in nur 10 Minuten. Einige Anwender berichten jedoch, dass der Kleber zwar unheimlich stark hält, aber das mit der Aushärtung in 10 Minuten doch etwas übertrieben ist.
Die Klebekraft wird, so berichten einige Anwender, erst nach längerer Zeit erreicht, mit den 10 Minuten ist wohl die Abbindezeit gemeint.


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Der Kleber wird bei der Trocknung glasklar. Am besten solle man beide Seiten einstreichen, 10 min. antrocknen lassen und dann fest zusammenpressen. Achtung: Dabei ist aber nach dem Verpressen keine Korrektur mehr möglich.
Mit der richtigen Methode kann man also das Leder sehr gut ankleben und es hält dann auch bombenfest. ---> mehr Info*



-->Queue-Leder-Kleber P. Dupont*


Der "Pierre Dupont" Queueleder-Kleber* klebt zuverlässig alle Klebeleder. Er ist ideal für alle Kunststoff-, Alu- und Messinghülsen und dringt nicht in das Leder ein. Er erhält die natürliche Lederstruktur und das Leder bleibt elastisch und griffig.
Der Inhalt eines 5 g Fläschchens reicht lt. Herstellerangaben für ca. 100 Queueleder.


-->Queue-Leder-Kleber Cerocite*


Der Queue-Leder-Kleber Cerocite* ist ein dünnflüssiger, schneller Kleber für Queue Leder. Ein Ausrichten des Leders ist leicht möglich, da der Kleber nicht sofort klebt.
Der Inhalt reicht lt.Hersteller für mehr als 100 Lederklebungen. Bei kühler Lagerung ist er auch nach der ersten Öffnung lange haltbar. --> mehr Info*

Sekundenkleber als Alternative

Wir haben aber auch mit handelsüblichen Sekungenklebern sehr gute Erfahrungen gemacht. Insbesondere wenn es einmal schnell gehen muss, z.B. wenn bei einem Turnier oder sonst irgendwie schnell ein neues Leder angebracht werden muss, empfehlen sich Sekundenkleber.
Doch eines ist bei der Auswahl des Klebers unbedingt zu beachten.
Er sollte unbedingt ein Gel-Kleber sein, damit nichts tropft und außerdem sollte der Sekundenkleber auch "flexibel" und "stoß- oder vibrationsfest" sein.

Hier zeigen wir euch ein paar mögliche Produkte:


-->Loctite PowerFlex Super Kleber Gel*


Der Loctite PowerFlex Kleber* ist ein tropffreies Klebstoff-Gel speziell formuliert für Anwendungen, die einige Flexibilität und Stoßfestigkeit abverlangen. Wir kleben unsere Leder für die öffentlichen Club-Queues immer damit und sind mit der Klebekraft und der Haltbarkeit äußerst zufrieden.
Vorteil: man kann für einige Sekunden das Leder genau ausrichten, danach hält man es einfach 1 Minute mit der Hand fest, und schon klebt es. Auch lässt sich Überstehendes gut verschleifen.


-->Pattex Repair Extreme*


Der Pattex Repair Extreme* ist ein Universalkleber für extremen Halt. Er ist extrem beständig gegen Vibrationen und Wasser. Er ist ausreichend flexibel und silikonfrei.
Besondere Produkteigenschaften: Alterungs- und Feuchtigkeitsbeständig;
Schrumpft nicht, Farbe: Kristallklar  ---> mehr Info*


-->UHU 45820 Max Repair Extrem-Kleber*


Der UHU 45820 Max Repair Extrem-Kleber* ist ein extrem starker und vor allem flexibler Klebstoff für nahezu alle Klebeflächen im Innen- und Außenbereich. Daher ist er auch für Queue-Leder bestens geeignet. Darüberhinaus ist er transparent, lösemittelfrei und isocyanatfrei.


7. Leder aufkleben

Nun nimmt man das vorbereitete Leder (Wichtig: auch die Unterfläche des Leders nicht mehr mit den Fingern berühren) und legt es leicht auf die Klebestelle. Jetzt das Leder leicht verschieben und damit genau zentrieren und vorsichtig andrücken.


8. Queue verkehrt aufstellen

Nach ein paar Sekunden des Drucks mit den Fingern auf das Leder dreht man das Queue um und stellt es verkehrt, also mit dem Leder nach unten, auf den Boden.


9. Kleber aushärten lassen

Dannach Queue stehen lassen und den Kleber für ca. 15 Minuten aushärten lassen.


10. Kleber entferenen

Die Kleberreste, die an der Klebestelle ausgetreten sind, entfernt man am besten wieder mit dem Teppichmesser. Jetzt kann das Leder seitlich zugeschliffen werden und die Rundung nach Gefallen hergestellt werden. Hierzu kann man auch den Willard Lederformer benützen.


11. Das Leder formen

Viele behelfen sich mit Schleifpapier und versuchen dem Leder wieder die exakte Rundung zu geben. Dabei wird oft aber auch die Ferrule oder der Schaft beschädigt. Der Willard Lederformer* bringt alle Leder wieder in Top-Form.


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Gleichmäßig strukturierte eingestanzte Schleifpartikel des kleinen Geräts runden das Leder schonend ab. Gleichzeitig wird es sanft aufgerauht und kann so wieder mehr Kreide aufnehmen.
An der Kante hat dieser Profi-Lederformers* ist auch einen eingearbeiteter Radiusprüfer. Das verchromte Vollmetall garantiert eine jahrelange Haltbarkeit.

Aber wie geht das Lederformen genau ?


Eine Variante ist es den Lederformer* einfach auf den Boden legen und mit den Füßen festhalten, dann das Queue wie beim "Feuermachen" schnell drehen und in ein paar Sekunden hat man die perfekte Form der Spitze.


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Wer möchte kann natürlich auch mit mehr Liebe und Feingefühl an die Sache herangehen und das Leder mit dem Lederformer unter sehendem Auge behutsam formen.

Noch ein paar Tipps zum Formen deines Leders:


Die richtige Form:
Wenn das Leder außen angeraut ist, aber in der Mitte noch nicht, ist das das Zeichen dafür, dass das Leder die vorgegebene Form noch nicht vollständig angenommen hat. Du musst es also weiter bearbeiten.

Den Lederformer wieder "scharf" machen.
Man kann den Lederformer auch mal kurz in die Spülmaschine geben. Dann wird er super gereinigt und ist wieder scharf. Dies geht aber zu Lasten der Haltbarkeit.
Auch das Reinigen mit einer weicheren Drahtbürste (Messingbürste) soll gut funktionieren.


Ein bewährtes Tool zur Lederformung ist der

-->Willard Lederformer*

Er sollte in keinem Köcher fehlen. Durch die Metallausführung fällt die Abnutzung gering aus, nach einem kräftigem ausklopfen ist das Tool schnell wieder wieder bereit.

Für Snooker-Queues gibt es eine eigene Version des Willard-Lederformers*, der für das kleinere Leder der Snooker-Queue-Spitze angepasst ist.

Ist ein Lederformer überhaupt erforderlich ?


Natürlich kann man das Leder auch mit einem Schleifpapier (Körnung etwa 200)  in Form bringen, dabei die richtige Form zu finden ist aber nicht immer einfach und gelingt nur dem Geübten. Es git aber auch Stimmen, die meinen, der Willard-Lederformer reiße das Leder zu stark auf und schwören deshalb auf die schonendere Methode mit dem Schleifpapier.

Wenn du dein Leder genau nach deinen Bedürfnissen, also runder oder flacher formst, kannst du mehr Drall auf die Kugel bringen und deine Stösse gelingen dir besser.

Experimentiere ruhig mal mit verschiedenen Tip-Varianten. Beginne mit einem flacherem Leder und runde es nach und nach immer mehr ab. So wirst du erkennen, welche Rundung für dich und deinen Spielstil optimal ist.


12. Klebeband ab und Kreide drauf

Zuletzt muss nur noch das Klebeband entfernt werden und die Billardkreide aufgetragen werden.

Aber wie bringt man die Billardkreide eigentlich richtig auf das Leder ?


Grundsätzlich gibt es zwei Möglichkeiten die Kreide auf das Leder aufzutragen.

Die meisten von euch werden die drehende Variante bisher angewendet haben. Hier wird die Queuespitze in der Mitte der Kreide drehend umschliffen, so dass das Leder allseits mit Kreide belegt wird. Leider hat diese sehr bequeme und schnelle Methode des Kreidens aber eine entscheidenden Nachteil. Das Leder gräbt sich immer tiefer in die Kreide ein, bis wie am Bild oben, nur mehr dünne Flanken an der Seite stehen bleiben. Diese brechen dann oft aus und die Kreide wird unbenützbar. Ein weiterer Nachteil ist, dass auch die Ferrule mit Kreide beschmutzt wird.


Die zweite Methode ist das "Diagonale Kreiden" oder auch "Kreuzweise Kreiden". Wie im Bild oben links gezeigt wird das Leder zuerst in diagonaler Weise bekreidet (schwarze Pfeile). In der Folge nutzt man dann die vier Seitenflanken (rote Pfeile).

Bei dieser Methode wird die Billardkreide also quasi gleichmäßig von oben immer kleiner, es entsteht aber kein Loch sondern vielmehr immer eine mehr oder weniger plane Fläche. Bei dieser Methode des Kreidens ist die Ausnützung der Kreide sicherlich doppelt so hoch wie beim kreisrunden Kreiden. Das kreuzweise Auftragen der Kreide spart also Kreide.

Einen Überblick über die gängigen Marken bei Billardkreide findet ihr hier.

Natürlich ist die Billardkreide kein entscheidender Kostenfaktor. Ein Stück kreide kostet nicht einmal 0,50€, man kommt auch sehr lange damit aus, trotzdem könnt ihr einmal das kreuzweise Kreiden ausprobieren. Es benötigt etwas mehr Gefühl und man widmet sich dem Kreiden etwas genauer. Beides ist sicher kein Nachteil.

Wenn du deinen Queue regelmäßig einkreidest, rutscht du nicht so leicht von der weißen Kugel ab. So spielst du sicherer und kannst Rückläufer, Stoppball und Nachläufer besser spielen.



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Und noch ein kleiner Tipp von Anfang an:

Wenn ihr euch einen Billardqueue neu zulegt,
achtet auch besonders darauf in welcher Qualität Leder und Ferrule gehalten sind.

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