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Die Verlockung der weit entfernten Kugeln

Wenn man Billard-Anfängern so zusieht, erkennt man oft einen der häufigsten Fehler beim Billard spielen.
Die weit entfernten Kugeln scheinen eine besondere Anziehungskraft zu haben.
Obwohl bereits in kürzeren Distanzen spielbare Bälle zur Verfügung stehen, ist es oft die Kugel, die am weitesten entfernt liegt, die anvisiert wird.
Doch was ist es, das zu diesen "Langen Bällen" verleitet. Vielleicht hat der Eine oder der Andere bei sich selbst schon entdeckt was dazu verleitet ?


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Die Selbstüberschätzung ?


Gerade Anfänger im Billardsport haben oft nach wenigen Spieltagen bereits das Gefühl nahezu alles am Tisch zu beherrschen. Doch dem ist natürlich nicht so. Natürlich gelingen nach ein bisschen Übung schon die meisten Stoße, jedoch gerade das lange Spiel ist noch nicht in Fleisch und Blut übergegangen.
Die Enttäuschung folgt am Fuß. Außerdem wird beim langen Spiel meist viel zu viel Konzentration auf das Lochen gelegt und das Stellungsspiel sträflich vernachlässigt. Der Gegner hat dann meist einen offenen Tisch und freut sich über die für ihn "perfekte" Ablage der Weißen.


Das Zeigen des eigenen Könnens ?


Ein langer Ball, das zeigt von echtem Können, oder nicht ?
So stellen sich viele Anfänger das Billard vor. Jede Kugel ist lochbar, mit oder ohne Bande, einfach drauf los. Wird schon gut gehen.
Angepasstes, vorausschauendes Spiel wirkt ja zaghaft, als ob man es nicht besser drauf hätte.
Deshalb mal kurz draufhauen, und schon zeigt man, was man wirklich kann.
Die ist aber wahrlich keine gute Strategie.


Die Action, die dem Billardspiel sonst fehlt ?


Gerade das "weiche" Spiel mit den Kugeln, das permanente Kontrollieren des Laufes der Weißen, ist es, dass den Erfolg ausmacht. Aber es ist halt ein bisschen uncool.
Billard ist aber, mal von kraftvollen Break abgesehen, nunmal wirklich kein Action-Sport.
Wer den kontrollierten Umgang mit den Kugeln nicht und nicht lernen will, dem sei vielleicht auch ein Wechsel zu einer anderen Sportart nahegelegt.



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Die einzigen Gründe die doch eventuell für das Spielen eines solchen langen Balles sprechen sind:


Die Weiße an die andere Tischhälfte bringen


Einer der Gründe doch mal auf die weit entfernten Kugeln zu spielen kann sein, dass man es dem Gegner schwer machen will, im Falle eines Aufnahmewechsels, also wenn das Lochen der weit entfernten Kugel nicht gelingt. Der Gegner steht dann unter Umständen selbst vor dem Problem über den ganzen Tisch spielen zu müssen, besonders wenn nur mehr wenige Kugeln am Tisch sind, und diese alle auf einen Tischhälfte, oft in Taschennähe liegen. Dabei kann man auch ...


Ein "Safety" spielen


Der Begriff "Safety" kommt eigentlich aus den Snooker. Er bedeutet, dass man die Weiße Kugel so am Tisch ablegt, dass es dem Gegner extrem erschwert wird seinen nächsten Stoß ohne Foul auszuführen, oder zumindest ihm das Lochen einer Kugel zu erschweren, oder unmöglich zu machen.
Ein langer Ball auf eine weit entfernte Kugel kann also in dieser Situation sinnvoll sein, selbst wenn man die eigen Kugel nur trifft, sie aber nicht versenken kann. Die Ablage und Kontrolle der Weißen steht dabei im Vordergrund.


Es gibt keine Alternarive


Der letzte Punkt der ein "langes Spiel" notwendig macht, ist es, wenn man einfach keine Alternative hat, oder keine andere Kugel mehr spielbar ist. Was soll man also tun, volles Risiko also.
Ein kurzer Gedanke an ein "Safety" wäre hier aber auch möglich.


Fazit:


Das Einschätzen der Winkel beim Spiel auf die Kugeln ist einer der größten Probleme der Billardanfänger. Außerdem gilt der Grundsatz, dass je länger der Weg des Spielballs zum Objektball ist, desto mehr Abweichung im Kugellauf kann sich ergeben. Das soll salopp heißen, je näher eine Kugel zur Weißen liegt, desto weniger wirkt sich eine kleine Ungenauigkeit im Stoß aus.
Deshalb berücksichtigt bei der Auswahl der anzuspielenden Kugel, dass lange Wege und lange Einsteiger ein zusätzliches Risiko darstellen. Wählt daher eher das kurze Spiel. Es wird sich lohnen.
Die Übung dazu: Übung Nr.31 - Stellen vor der Tasche

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