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Das richtige Zielen

Woraus besteht das richtige Zielen eigentlich ?

Erstens die genaue Linie zu sehen, auf der der Spielball (die Weisse) laufen soll
Zweitens einen geraden Stoß zu führen, das Queue nicht zu "verreißen"
Drittens die genaue Linie zu finden, die du vorher beabsichtigt hast.

Zu Beginn noch ein paar grundlegende Dinge zum Zielen beim Billard:
Das Zielen erfolgt mit beiden Augen. Nur so kann man die Tiefe des Balles dreidimensional erfassen. Gerade Anfänger bringen es leicht zustande ein Auge zuzukneifen. Dies bringt aber keine Vorteile, das Gegenteil ist der Fall. Das dreidimmensionale Sehen ist hier besonders wichtig, da man nur so die Winkel und Entfernungen richtig abschätzen kann.



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Entwickle dein einfaches Zielsystem mit Erfolgskontrolle 



1. Sich die Linie gedanklich vorstellen

Du machst eine Linie aus, von der du annimmst, dass sie für die Weiße die richtige Linie sein könnte.

2. Schwingen des Queue entlang dieser Denkline

Du schwingst mit dem Queue genau entlang dieser gedachten Linie, und führst den Stoß dann so, wie gedacht, aus.

3. Die einfache Erfolgs-Kontrolle

Du kontrollierst das Ergebnis: hier gibt es mehrere mögliche Ergebnisse und Abweichungen:
a). Die weiße Kugel ist zu weit rechts an die Färbige gelangt, dann korrigiere deine Denkline leicht nach links.
b). Die weiße Kugel ist zu weit links an die Färbige gelangt, dann korrigiere natürlich deine Denkline nach rechts.
c). Die weiße Kugel hat die Färbige genau so getroffen, wie du es erwartet hast.  Dann versuche diesen Stoß immer und immer wieder zu machen (bis zu 20-30 Wiederholungen) um deine Denkline und die tatsächliche Lauflinie der Weißen zu verinnerlichen.

Zu diesem Zweck und um die "Denklinie" zu verbessern stellen wir dir hier auch das Konzept des "Geisterballs" vor.



Das System des Geisterballs



Betrachten wir zunächst einmal was beim Anspielen einer Kugel in gerader Linie passiert. Die Energie des Spielballs wird an den Objektball, in diesem Fall die Schwarze, in gerader Linie weitergeben. Wie aus der Abbildung unten links zu entnehmen ist, ist die Richtung dieser Energieweitergabe bei einer geraden
Spiellinie völlig klar. Der Objektball folgt der Energielinie in die Tasche. 


Aber was passiert, wenn die Schwarze nun von der Seite angespielt wird ?


Auch hier muss der Energiefluss in Richtung der Tasche gelenkt werden. Dies folgt nun der gleichen Regel, also die Weiße muss dort auftreffen, wo sie auch zuvor in gerader Linie aufgetroffen ist.
Man findet diesen Punkt mit dem Konzept des Geisterballs: Der Geisterball ist ein imaginärer Spielball, der den genauen Kontaktpunkt vorgibt. Die Position des Geisterballes ergibt sich aus der Lage der Weißen beim Kontakt so, als wenn eine gerade Linie (in der Abbildung grau eingezeichnet) gespielt würde.


An diesem Kontaktpunkt müssen wir also treffen, um die Energie in der Richtung der grauen Linie weiterzugeben. Der Geisterball wird also im Zeitpunkt des Kontaktes durch die Weiße ersetzt. Ein einfaches Konzept also, dass uns genau den richtigen Kontaktpunkt finden lässt.

Die Schwarze genau am Kontaktpunkt treffen

Zur Übung könnt ihr euch auch von einem Kollegen eine zweite Weiße Kugel, oder einen beliebigen Objektball kurz an den Kontakpunkt legen lassen. Anschließend ziehlt ihr genau und frontal auf diesen Geisterball. Schwingt mit dem Queue ein paar mal hin und her bis das Zielen abgeschlossen ist. Dann entfernt der Kollege den Geisterball und ihr ersetzt ihn mit dem Stoß durch die reale Weiße. Fertig ist der perfekte Winkelstoß.
Im Laufe der Zeit und nach mehrmaligem Üben mit dem Geisterball werdet ihr erkennen, dass man schnell ein gutes Auge für den richtigen Kontaktpunkt findet.



Mögliche Fehler beim Zielen



Ein Hauptgrund für Stöße die nicht richtig gelingen, ist das falsche Zielen und das sogenannte "fehlende Auge", also die Lage der Kugeln nicht richtig zu betrachten und damit den richtigen Stoß anzusetzen.

Wie du richtig auf die Kugeln zielst, bzw. wie das richtige Zielen überhaupt funktioniert, kannst du im Artikel "Das richtige Lochen und Zielen" nachlesen. Wie bereits oben erklärt hilft euch der "Geisterball" dabei den Lauf der Kugel nach dem Kontakt mit der Weißen besser einzuschätzen und den erforderlichen Kontaktpunkt richtig zu finden. Als Geisterball versteht ja man die imaginäre Kugel, die die Position der Weißen zum Zeitpunkt des Kontakts mit der Färbigen darstellt. Sie hilft dir deine Fehler beim Zielen zu korrigieren und dein Zielsystem zu verbessern.

Der Geisterball hilft euch die richtigen Winkel schneller einzulernen und so bald besser einzuschätzen. Zu Übungszwecken kann man eine Kugel direkt als Geisterball vor der Färbigen positionieren, dann wird diese wieder weggenommen und die Weiße genau an deren vorige Position gespielt.

Ein weiterer Grund für schlechtes Zielvermögen ist, dass der Stand am Tisch, bzw. das Halten des Billardqueues nicht richtig eingelernt ist. Hierzu findet ihr den Artikel "Das Queue richtig halten".



Übungen zum besseren Zielen beim Billardspielen



Das gerade Schwingen üben


Hier haben wir eine echte Anfänger-Übung für Euch.
Nachdem ihr im Artikel Billard-Grundlagen: Stand und Queueführung erlernt habt, wie man sich richtig an den Tisch stellt, könnt ihr hier üben das Queue gerade zu Schwingen.

Dazu machen wir folgende einfache Übung. Wir stellen uns an einer Ecke des Billardtisches auf und schwingen das Queue, so als ob wir Stoßen würden ganz gerade über der Seitenbande. Die gerade Linie der Bande hilft euch den Queue-Schwung gerade anzulegen und ihr könnt, wenn ihr von oben
hineinschaut, genau verfolgen ob das Queue entlang des gesamten Schwungs gerade bleibt. Idealerweise hilft euch ein Kollege dabei das Ganze von oben oder besser noch von der gegenüberliegenden Seite zu beobachten. Auch ein kleines Handy-Video, dass der Kollege von vorne aufnimmt, hilft euch dabei das gerade Schwingen zu perfektionieren.
Ihr werdet erkennen, dass sich der Stand und die Richtung in der man sich aufstellt, sich ganz von alleine verbessert, wenn ihr diese Übung mehrmals ausführt.


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Das Ausschwingen des Queues genau oberhalb der Längsbande könnt ihr ruhig 10 oder 20 mal wiederholen, um ein besseres Gefühl zu bekommen.

Auch für den Spieler der schon länger Billard spielt, ist ein kleines Handyvideo zur Analyse das geraden Schwungs durchaus nützlich. Oft schleichen sich gerade nach einiger Zeit kleine Fehler beim Schwung ein, die sich so wieder korrigieren lassen.



Übung - Versenken der Kugeln auf lange Entfernung



Bei dieser Übung wird das Versenken der Kugeln geübt. 12 Kugeln werden vor den Löchern platziert und die Weiße einmal mittig aufgelegt.

Nun werden alle 12 Kugeln versenkt, wobei die Reihenfolge ganz egal ist. Die Weiße wird nicht neu aufgelegt, sondern immer mit ihr weitergespielt.


Ziel ist es alle 12 Bälle in Folge einzulochen. Wird ein Fehler begangen muss das Bild wieder neu aufgebaut werden.
Die Übung ist erst gelungen, wenn alle 12 Kugeln ohne Fehler gelocht wurden.


Übung - die Winkel einspielen und abschätzen



Diese Übung ist eigentlich für Anfänger gedacht, eignet sich aber auch bestens sich für eine Billardpartie oder ein Turnier einzuspielen.

Ziel der Übung ist es rasch hintereinander verschiedene Winkel auf die Färbigen zu spielen und so ein "Auge" für die zu spielenden Winkel zu entwickeln.


Besonders für Anfänger ist es anfänglich schwer die Winkel richtig einzuschätzen und so werden laufend auch vermeintlich einfache Bälle verschossen.

Aber auch dem eigentlich geübten Spieler schadet es nicht, besonders wenn man vielleicht länger nicht gespielt hat, sich wieder mal kurz einzuspielen.
Dabei hilft diese Übung mit rasch aufeinander folgender Stoßfolge.

Wir legen dazu alle färbigen Kugeln in der Tischmitte längs wie in der Grafik entlang einer Linie auf. Die Reihenfolge ist völlig egal. Hier geht es ja nur um das rasche Lochen hintereinnander. Die Weiße wird von Hand immer weitergerückt (entlang hellgrünen Startfeldes für die Weiße) und so vor jedem Stoß neu positioniert.


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Wir beginnen bei der Kugel ganz links und lochen 5-6 Kugeln in die linke obere Ecktasche, dann die nächsten 5-6 Kugeln in die Mitteltasche und die restlichen Kugeln wieder in die andere Ecktasche.

Wichtig ist auch, dass ihr flott hintereinander stoßt, damit man sich schnell auf die Winkel einstellen muss und so ein Gefühl dafür entwickelt.


Der gerade Stoss - als Voraussetzung für gutes Zielen:


Jeder Stoß hat einen Anfang und ein Ende, zieht in einem Zug durch und verlässt dabei seine Richtung nicht.
Auch nach dem Kontakt mit der Weißen behält das Queue* die Richtung fort, so als ob die Weiße gar nicht da gewesen wäre.

Der Ablauf im Detail:


Sicherlich erstmal eine gewisse Präzision beim Stoßen. Das Treffen der Weißen in der Mitte und eine gerade Queueführung sind für einen geraden Stoß unabdinglich. Fassen wir noch einmal zusammen wie ein Stoß ablaufen sollte:

1.) Man stellt sich in einer direkten Linie mit der Weißen auf.

2.) Achten sie auf einen korrekten Stand am Tisch, siehe Artikel "Billard-Grundlagen - Stand und Queueführung"

3.) Einfach locker hin und her schwingen, bis man die
Richtung mehrmals geprüft hat und sich der Richtung des Stoßes wirklich sicher ist.

4.) Gerade durchstossen, genau so wie man zuvor geschwungen hat. Die Weiße liegt also quasi zufällig im Weg. Dann ausschwingen.

5.) Kurz warten und dann aufstehen. Dies soll bedeuten, dass man kurz den Lauf der weißen Kugel verfolgt, und sich dann erst aufrichtet. Alle Bewegungen beim Billard werden eigentlich mit Bedacht und fast in Zeitlupe ausgeführt. Hektik hat beim Billardspielen einfach keinen Platz. Ebenso wie zu starkes Stossen.


Das gerade Stoßen ist ein Bewegungsablauf, der sich quasi automatisiert einlernen lässt. Erst mit dauernder Übung kann sich der Ablauf im Gehirn einbrennen. Zum Einlernen einer immer wiederkehrenden Bewegung eignet sich am Besten folgender Trick:

Ähnlich wie bei anderen Sportarten, wie Golf oder Tennis, bei denen immer der gleiche Bewegungsablauf nötig ist, wird die Bewegung vorerst sehr langsam ausgeführt.
So kann der Ablauf verinnerlicht werden, und folgt später im Spiel genau der Vorgabe, selbst wenn die Bewegung dann schneller ausgeführt wird.


Wie wirken sich kleine Ungenauigkeiten beim Stoß aus ?


Wenn man bedenkt, dass ein Billardtisch üblicherweise 270 cm lang ist, kann schon eine kleine Unsauberkeit beim Stoß eine große Abweichung des Laufes der zu spielenden Kugel bewirken.

Wie in den Abbildungen zu sehen ist, wirkt sich eine unsauber gespielte Weiße in kürzerer Entfernung nur gering auf die zu spielende Kugel aus. Ist die Tasche aber weiter entfernt vergrößert sich der Fehler derart, dass die Tasche sicher verfehlt wird.
Ein kleiner Fehler in der Richtung der Weißen, also z.B. 5mm Abweichung, kann bei kurzer Entfernung zur Tasche das Lochen noch möglich machen. Der gleiche Fehler bei doppelter Entfernung zur Tasche lässt den Objektball aber schon 20cm an der Tasche vorbeigehen.


Das korrekte Spiel der Weißen ist also einer der zentralen Erfolgsfaktoren für einen gelungenen Stoß.
Verinnerlichen sie also den Bewegungsablauf und das gerade Anspielen der Weißen.
Dies dient auch dazu, eingelernte Abläufe wieder aus dem Gehirn abzurufen.







Auch wichtig beim Zielen - die richtige Bockhand


Die Hand auf der ihr den vorderen Teil des Billard-Queues auflegt, bei Rechtshändern also die linke Hand, nennt man Bockhand.
Wie ihr die Bockhand richtig verwendet und welche Möglichkeiten es gibt die Bockhand richtig zu bilden, erfährt ihr im folgenden Artikel Billard-Grundlagen: Die richtige Bockhand 

Weitere interessante Artikel bei www.billard-tips / Werbung


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